Beiträge von Asphaltschoner

    Danke! Ich habe meinen Wohnungsaufpasser dazu verdonnert, mir ein paar Lebensmittel vor die Tür zu stellen. Seit 10.04. ist ja Hessens fünfte Corona-Verordnung in Kraft und Home-Office wird durch häusliche Quarantäne ersetzt. Firma kriegt Kohle dafür von den Behörden, also von den Steuerzahlern.

    Nach mehreren Anläufen ist "meine" Gruppe mit 10 Personen im Lima eingetroffen. Etliche Kontrollstellen waren zu passieren und einmal hat uns eine fliegende Patrouille abgefangen.
    Bei den Kontrollen wurde unterschiedlich vorgegangen. Einige haben uns einfach durchgewunken, die meisten wollten die Papiere prüfen und einmal mussten wir aussteigen, das Fahrzeug wurde mit Desinfektionsmitteln eingesprüht und wir durften beweisen, dass wir uns die Hände waschen können.

    DIe Unterbringung hier ist klasse, ich habe ein Einzelzimmer ergattert. Und jetzt schauen wir, dass wir schnell einen Flieger nach Europa erwischen.

    Bin noch in Peru. Habe mich einer Gruppe deutscher Freiwilliger angeschlossen, da die Papiere für mein Mopped und mich auf sich warten liessen. Eigentlich sollten wir gestern nach Lima fahren, aber die Fahrer sind (nach vielem hin und her) abgesprungen. Und da die Passierscheine auf Personennamen und Autokennzeichen ausgestellt werden, sind die alten Papiere danach wertlos. Mehrarbeit für die Botschaft. Wer in einer solchen Situation in einer kleinen Ortschaft ist, hat meist deftige Probleme, andere Fahrer zu finden. Trifft auf diesen Ort nicht zu, aber für mindestens 2 unserer potentiellen Mitfahrer.

    Sollte ich in D eintreffen, geht es erstmal für 2 Wochen ins Homeoffice. Da ich nicht in einem ausgewiesenen Risikogebiet bin und auch keinen Kontakt mit nachgewiesenen Infizierten habe, sehen die allgemeinen Regeln vor, dass ich direkt ins Büro stürmen darf. Dass ich im Flieger über etwa 16 Stunden Ellbogen-an-Ellbogen mit etlichen Unbekannten sitzen werde und von sozialer Distanz keine Rede sein kann, macht da keinen Unterschied. Sieht mein Chef aber anders und ich stimme ihm zu.

    Sonst alles im Lot. Es wurden zwar gestern überraschend die peruanischen Notstandsregeln verschärft, aber das bekommt man schon irgendwie gebacken: Man darf nur noch bis 18h raus und dann auch nur nach Männlein und Weiblein getrennt. Mo, Mi, Fr dürfen Männer raus zum Einkaufen; Di, Do, Sa die Frauen. Sonntags pflegt man die Ruhe zuhause. In diesem Ort geht es aber bei manchen Sachen etwas entspannter zu. Habe heute etliche Männer gesehen, die auf Tour waren. Zur Not dürfte man sich als Frau verkleiden, das soll wiederum in Ordnung gehen.

    Klopapier spielt in den südamerikanischen Ländern, die ich besucht habe, eine besondere Rolle (Hach! Mein Wortwitz grenzt an Genialität! Warte auf Anruf aus Stockholm ...). Meist bekommt man nämlich Handtuch, Klopapierrolle (eine!) und Seife an der Rezeption übergeben. Und an öffentlichen Toiletten bezahlt man für ein paar Blätter Gebühr.


    Bei Spiegel+ soll es ja von einem Headshrink eine logische Erklärung fürs Toilettenpapierhorten geben. Selten war ich so versucht, diesen Dienst zu erwerben, die Frage kreist antwortlos seit Wochen in meinem Schädel ...

    Danke, ich habe schon vor der Verkündigung des Notstands eine solche Höhle mit sehr gut funktionierender Dusche (in Peru keine Selbstverständlichkeit) aufgesucht, in einer netten kleinen Stadt mit vernünftiger Infrastruktur und etwas ab von den normalen Touri-Strömen. Bin seit Sonntag hier. Kurz vorher hatte Ecuador seine Grenzen geschlossen und ich hatte es wohl im Urin, dass Peru nicht weiter so fahren kann und etwas passieren wird.


    Arbeitgeber ist informiert, dass er am 30. nicht mit meinem Erscheinen zu rechnen hat. Anfrage beim Reisebüro läuft auch. Ebenso bei der Krankenversicherung (läuft vor Ende der Quarantäne aus). Bei der Krisenliste des Auswärtigen Amts habe ich mich - auf Hinweis meines Chefs - eingetragen.


    Ein Hobby-Projekt, mit dem ich meine Zeit vertreiben könnte, habe ich auch. Aber zuerst ist Westworld im Binge-Watch-Mode dran! ;-)


    EDIT: Und das Hotel hat eine richtig nette Internet-Verbindung, auch untypisch für Peru.

    Laut Experten-Rat gibt es gegen Treffen mit Freunden in privaten Kreis keine grossen Bedenken. Anders sieht es bei Kneipen-Besuch aus.

    Bei mir wird es etwas knapp, da die Regierung gerade den Notstand ausgerufen hat und für mindestens 15 Tage die Grenzen dicht macht und wohl auch den inner-peruanischen Personentransport. Damit ist mein Rückflug (27.03.) erst mal torpediert.

    Tja, das habe ich mir auch anders vorgestellt!

    Ein bisschen Schiss vor Dengue, Chikungunya, Trypanosomiasis gehabt und was kommt jetzt? Virus erreicht gerade Peru (28 bekannte Fälle, Stand heute morgen), Presidente schlägt im TV Alarm (auch heute morgen) und das Gesundheitswesen und die Umstände auf dem Land stimmen mich nicht optimistisch. Es herrscht viel kombinierter Personen- und Materialtransport von sehr ländlichen Gegenden zu Ortschaften, um Agrarprodukte auf die Märkte zu bringen. Und quasi niemand scheint zuhause zu essen. Überall Mini-Stände, bei denen man sich mit Essen versorgen kann, für kleines Geld.

    Bin mal gespannt, wie es sich in den nächsten 13 Tage entwickelt. Am 27. geht der Flieger zurück, jedenfalls ist so der Plan!

    Gestern Ruta PE-32A gefahren. Mann, was für ein Ding! Sie ist knapp 340 km lang und führt asphaltiert von Puquio nach Ayacucho.

    Auf weiter Strecke (bis Cangallo) ist sie quasi einspurig und kaum befahren. Starker Gegensatz zur vorher befahrenen 30A, bei der man sich mehrspurig mit Lastwagen und sonstigem Vierrad-Zeugs herumärgern muss.


    Fängt erstmal nett harmlos an (wie gesagt: Wohltuend unbefahren und recht frischer und feiner Asphalt):


    Dort findet man auch feine Seitentäler:


    Recht sanft erklimmt man dann eine Höhenstraße, die sich schier endlos am Hang entlang zieht:

    Und die hat es in sich: Steil, sehr steil geht es ins Tal abwärts, die Strecke ist einspurig, Streckensicherung Fehlanzeige und viele, viele enge Kurven.

    Und da wurde mir wieder klar gemacht, dass ich nicht schwindelfrei bin! Zum Glück gab es kaum Gegenverkehr, mir sind vielleicht 20 Fahrzeuge an diesem Tag begegnet.


    Nach der Panoramastraße gab es dann noch einen drauf: Die Strecke querte mehrere Täler und das hiess, dass es öfter mal mehr als 1000 Meter hoch und wieder runter ging. Ich muss mal das Navi ausquetschen, mir kam es jedenfalls vor wie 5x den Manghen oder Mendel hoch und runter!

    Für mein schwaches Schnauferl (Zongshen RX-3, 250ccm) war das Schwerstarbeit. Über etwa 3600 m zieht sie nicht mehr richtig und dann krebst man im 3. oder 2. Gang die Geraden hoch. Und in den Serpentinen im ersten.


    In Huancapi fand ich Unterschlupf, das Mopped kam in den Eisenwaren-Laden zwischen die Ware. Hier ein Vorteil des kleinen Dings, eine GS in Vollausstattung hätte man dort schwerlich untergebracht.


    Ach, ja: Weiss nicht, warum mir keine anderen Tourer begegnet sind. Kann vielleicht daran liegen, dass die Strecke bei der Garmin-Map Südamerika nicht auftaucht. Umgeschaltet auf OpenStreetMap: Alles da. Fairerweise muss man sagen, dass Garmin eindeutig darauf hinweist, dass das Kartenmaterial für den Kontinent nicht komplett ist.


    EDIT: Garmin sagt "Aufstieg/Abstieg: 7619 m/7714 m". Kein Wunder, dass ich nach der Tour nur einen kleinen Happen zu mir genommen habe und dann ins Bett gefallen bin ...